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27 Männer und keine Frau
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Treffpunkt Boulevard Nr. 124 |
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Herbst ist die Zeit, wo wie alle Jahre der Nobelpreis verliehen wird. Die Schweiz hat je nach Auslegung des Bürgerrechtes 19 bis 27 Nobelpreisträger, aber keine Nobelpreisträgerinnen! Wo sind die Frauen. Wer könnte die erste Frau in diesem Kreis werden?
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Und für was bekäme sie diesen heiss ersehnten Preis? Für den Frieden oder die Medizin? Oder haben wir eine Literatin,
die den Preis verdienen würde? Die Latte hängt sehr hoch. Als Männer kamen weder Friedrich Dürrenmatt noch Max Frisch in den Genuss des Preises. Carl Spitteler und Hermann Hesse sind die einzigen Schriftsteller aus unserem Land mit einer Auszeichnung aus Schweden.
Was sind überhaupt "Schweizer"
27 Schweizer wurden seit der ersten Verleihung im Dezember 1901 mit dem Nobelpreis geehrt, oder sind es weniger? Die Schweiz hat ein gestörtes Verhältnis zur Staatszugehörigkeit ihrer Nobelpreisträger. Nach anderen als diesen Angaben kann man auch nur von 19 Nobelpreisträgern aus unserem Land lesen.
Wir haben ein gestörtes Verhältnis zum Bürgerrecht von "Fremden". Einige "Papierlischwyzer" mag man akzeptieren, |
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aber dass der grosse Weltbürger Einstein ein Bürger der kleinen Schweiz gewesen sein soll, geht nicht so leicht in seinen Kopf. Und Hermann Hesse, der über 40 Jahre in Montagnola lebte, soll ein Bürger von Bern sein?
Anderseits wird der Österreicher Wolfgang Pauli, dem das Zürcher Bürgerrecht in den 1930er Jahren mit "fadenscheinigen Erklärungen" verweigert wurde, gerne als Schweizer Preisträger gesehen.
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Die Schweizer haben aber auch ein gestörtes Verhältnis zum Bürgerrecht von Schweizern. Offenbar gilt das Wort: "Aus den Augen, aus dem Sinn!" Wenn ein gebürtiger Schweizer freiwillig in ein anderes Land ausgewandert ist, wie etwa Guillaume (Frankreich), Bloch (USA) und Bovet (Italien), oder gar nie in der Schweiz wohnte, wie Theiler,
dann hat er offenbar seinen Anspruch auf Schweizertum verwirkt. Ähnliches gilt für eingebürgerte wie Einstein (Deutschland, USA) und Fischer (USA).
Vielleicht herrscht aber auch folgendes Bild: Wenn jemand eine Doppelbürgerschaft erwirbt, dann "schrumpft" das Schweizer Bürgerrecht auf die Hälfte oder "verflüchtigt" sich ganz.
Grundsätzlich gilt:
Für das Schweizer Bürgerrecht sind einzig und allein die Schweizer Bürgerrechtsbestimmungen (z. B. |
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ius sanguinis) und die tragende Institution (meist die Gemeinde) zuständig. Es gilt nicht das Nobelkomitee, Handbücher oder Zeitungsartikel und auch nicht die (seelische oder geographische) Befindlichkeit des Preisträgers.
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"Unsere Nobelpreisträger"
Zu den 27 Laureaten zählten auch Doppelbürger, sowie eingebürgerte Ausländer,
die teilweise in der Liste des Nobel-Komit
ees unter einer anderen Nationalität geführt werden. Drei Mal ausgezeichnet wurde ferner das IKRK als Organisation.
Chemie : Vor Wüthrich bekamen laut einer Liste des Wissenschaftsrates folgende Schweizer den Chemie-Nobelpreis (mit Jahr der Verleihung):
Alfred Werner (1913), Paul Karrer (1937), Leopold Ruzicka (1939, CH seit 1917), |
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Hermann Staudinger (1953, D/CH seit 1920), Vladimir Prelog, (1975, CH seit 1959), Richard Ernst (1991).
Medizin : Neun Schweizer erhielten den Medizin-Nobelpreis: Theodor Kocher (1909), Paul H. Müller (1948), Walter Rudolf Hess (1949), Taddeusz Reichstein (1950, CH seit 1915 ), Max Theiler (1951, CH/ZA/USA) Daniel Bovet (1957), Werner Arber (1978), Edmond H. Fischer (1992), Rolf M. Zinkernagel (1996).
Physik : Sechs Schweizer wurden mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet: Charles Edouard Guillaume (1920), Albert Einstein (1921, D/CH/USA) Wolfgang Pauli (1945, A/CH/USA), Felix Bloch (1952, CH/USA), Heinrich Rohrer (1986), Karl Alexander Müller (1987).
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Literatur :Schweizer Literatur-Nobelpreisträger sind Carl Spitteler (1919) und Hermann Hesse (1946, D/CH seit 1924).
Frieden : Der Friedensnobelpreis schliesslich ging zweimal in die Schweiz, an den Rotkreuz-Gründer Henry Dunant (1901) sowie an Elie |
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Ducommun und Charles-Gilbert Gobat vom damaligen Internationalen Büro für Frieden (1902).
Friedensnobelpreise an Organistionen
Der Friedensnobelpreis ist der einzige, der auch an Institutionen vergeben werden kann. Das in Bern beheimatete Internationale Büro für Frieden erhielt den Friedensnobelpreis im Jahre 1910.
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Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde gleich drei Mal ausgezeichnet, nämlich 1917, 1944 und 1963, damals zusammen mit der Liga der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.
Von den in Genf beheimateten anderen internationalen Organisationen erhielt das Internationale Nansen-Büro für Flüchtlinge den Friedenspreis 1938, das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR 1954 und 1981, und die UNO-Arbeitsorganisation ILO 1969.
Ausländische Laureaten mit Schweizer Verbindung
Einige weitere Nobelpreis-Laureaten haben Schweizer Wurzeln oder verbrachten prägende Jahre in der Schweiz, |
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so der erste Physik-Nobelpreisträger (1901) Wilhelm Konrad Röntgen, |
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und der Preisträger 1943, Otto Stern, beide aus Deutschland, die an der ETH Zürich wirkten. Alexander Müllers Mit-Preisträger 1987, der Deutsche Georg Bednorz, arbeitete am IBM-Forschungsinstitut Rüschlikon ZH.
1992 erhielt der Franzose Georges Charpak, seit 1959 am CERN in Genf tätig und Ehrendoktor der Universität Genf, den Physik-Nobelpreis. Der Physik-Preisträger von 1933, der Brite Adrien Maurice Dirac, hatte einen Schweizer Vater.
Die Chemie-Nobelpreisträger von 1915 und 1918, die Deutschen Richard Willstätter und Fritz Haber, starben 1942 bzw. 1934 im Schweizer Exil. Peter Debye (NL, 1936) und Richard Kuhn (D, 1938) hatten an der ETH Zürich gearbeitet.
Der australische Medizin-Nobelpreisträger von 1963, John Eccles, lebt seit Jahren im Tessin. Der in Bulgarien geborene Elias Canetti, Literaturnobelpreis 1981, verbrachte mehrere Jahre in Zürich. Der Friedensnobelpreisträger von 2001, UNO-Generalsekretär Kofi Annan, ist Ehrenbürger von Genf.
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Ein Auszug aus dem Testament von Alfred Nobel:
"Das Kapital [...] soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealer Richtung hervorgebracht hat; ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat."
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Internationales Treffen der Nobelpreisträger
Seit dem Jahr 1951 treffen sich die ehemaligen Nobelpreisträger jährlich in Lindau am Bodensee - im Gespräch über Ziele und Wege der Wissenschaft. Und sie machen Politik. 1955 ächteten sie zum Beispiel die Atombombe - und wurden ernst genommen.
Einige der Nobelpreisträger sind heute noch bekannt, andere kennt man nicht mehr, oder sie waren gar nie bekannt.
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1000 Frauen für den Friedensnobelpreis
1000 Frauen aus über 150 Ländern sollen dieses Jahr gemeinsam den berühmten Friedensnobelpreis erhalten. Die Schweiz wird von Marianne Spiller und 4 weiteren Frauen vertreten. Mit dieser weltweiten Initiative soll auf die verschiedenartige Friedensarbeit von Frauen aufmerksam gemacht werden. Die offizielle Nomination wurde im Januar 2005 beim Nobelkomitee in Oslo deponiert. Am 29. Juni 2005 wurden die 1000 Namen unter www.1000peacewomen.org bekanntgegeben.
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Rede von Marianne Spiller anlässlich der Pressekonferenz in Bern vom 29. Juni 2005
Ich möchte herzlich dafür danken, dass ich in dieses neue weltumspannende und spannende Netz von Friedensfrauen aufgenommen wurde.
Ich möchte auch allen Menschen in der Schweiz und in Deutschland danken, die unser Hilfswerk nunmehr seit über 25 Jahren mit Treue und Grosszügigkeit unterstützen. Ebenso möchte ich meinen MitabeiterInnen in Brasilien und der unter der Armut leidenden Bevölkerung danken für das Vertrauen.
Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Und es gibt keine Gerechtigkeit ohne sozialen Ausgleich und Schutz der Schwachen.
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Unser Land, die Schweiz, ein sehr reiches Land, dessen Wohlstand international erwirtschaftet wird, trägt eine grosse Verantwortung der Armut auf der Welt gegenüber.
Die vielen privaten schweizerischen Hilfswerke und Entwicklungsorganisationen zeugen von dieser Verantwortung.
Wie verhält sich die Schweiz als Staat gegenüber der Armut auf der Welt" Anlässlich des Millenniumsgipfels im Jahr 2000 hat sich die Schweiz zusammen mit 190 anderen Staaten verpflichtet, die Armut weltweit bis zum Jahre 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Um dies zu erreichen, hat der Bundesrat im Namen der Schweizer Bevölkerung die so genannten Millenniums-Ziele unterschrieben. Jetzt muss unser Land seine Verpflichtung ernst nehmen und seinen finanziellen Beitrag an die Entwicklungshilfe so schnell wie möglich massiv erhöhen.
Mitarbeiten zu können an der Bekämpfung der Armut auf der Welt mit Ideen, Visionen, Kreativität und finanzieller Grosszügigkeit ist eine schöne und wichtige Aufgabe, an der kein Weg vorbeiführt.
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Hoffen wir, dass die Schweiz ihre Verantwortung noch rechtzeitig wahrnimmt, ihr grosses Potential ausnützt und mithilft, dass diese Erde zu einem gemeinsamen Haus werden kann, in dem alle Völker und alle Menschen in Würde leben können.
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Marianne Spiller - Hadorn
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